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Museen / Heerenveen

Friesland · Kultur & Alltag

Museum Heerenveen: die Geschichte von Heerenveen und von Domela Nieuwenhuis

Das Stadtmuseum von Heerenveen zeigt Kunst, Silber und Geschichte aus der Region. Im selben Gebäude befindet sich das Ferdinand Domela Nieuwenhuis Museum, eines der ältesten biografischen Museen der Niederlande.

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Raum mit Vitrinen und Objekten im Museum Heerenveen.
Ein Ausstellungsraum im Museum Heerenveen. Foto: Museum Heerenveen

475 Jahre Heerenveen

Seit 1942 sammelt Museum Heerenveen die Geschichte und Kultur von Heerenveen und den umliegenden Dörfern. 2026 wird Heerenveen 475 Jahre alt; der Ort ist nach den Herren des Moores benannt, den „heren van ’t veen“. Zum Jubiläum hat das Museum gemeinsam mit dem örtlichen Geschichtsverein Stichting Historie Heerenveen das Kabinet van Verhalen (Kabinett der Geschichten) eingerichtet: eine Zeitleiste mit Objekten aus beiden Sammlungen. Sie beginnt, als die Dracht noch ein schmaler Moorbach war, und führt über die Moorherren, Holzhändler und Gerber, Reiche und Arme und die Anarchisten bis in das heutige Heerenveen.

Zwei Dauerausstellungen widmen sich der Kunst und dem Handwerk der Region. Das Kunstkabinett zeigt Künstler aus Heerenveen und Umgebung von 1884 bis heute: die träumerischen Farben von Willem van Althuis, die konstruierten Welten von Jan Worst, die erinnerten Landschaften von Siert Dallinga, die nächtlichen Radierungen von Tjeerd Bottema und Jan Mankes, der die friesische Landschaft und sein eigenes Gesicht immer wieder malte. Im Silberkabinett stehen in sechs Vitrinen Arbeiten Heerenveener Silberschmiede aus dem 17. bis 19. Jahrhundert. Weil es in Heerenveen keine strenge Zunft gab, ließen sich dort ab 1616 Silberschmiede aus ganz Friesland nieder. Sie arbeiteten für Amtmänner, wohlhabende Bürger und Kirchen; Taschenbügel, Löffel und Dosen zeigen Figuren wie Gerechtigkeit, Hoffnung und Weisheit.

Zwei verzierte Silberbecher mit einem Gemälde im Hintergrund.
Silberarbeiten aus der Sammlung des Museum Heerenveen. Foto: Museum Heerenveen

Aktuelle Ausstellungen

Bis zum 1. November 2026 läuft ROOTZ, nationale Kunst mit Heerenveener Wurzeln. Bekannt ist der Ort vor allem durch den Fußballverein SC Heerenveen und das Eisstadion Thialf, doch die Ausstellung zeigt, dass er auch bildende Künstler hervorgebracht hat: Siert Dallinga, Jan Worst, Robert Zandvliet, Arjen Boerstra, Robert Geveke, Jochem Hamstra und Rabbo Ploeger. Ihre Werke sind paarweise gehängt. Zandvliets abstrakte Landschaften hängen gegenüber Worsts hyperrealistischen Interieurs, mit dem Licht als gemeinsamem Thema, und Dallingas melancholische Straßenszenen gegenüber Ploegers expressionistischen Fernsichten, verbunden durch den friesischen Horizont.

In der MuseumGalerie MUGA ist zeitgenössische Kunst zu sehen, die auch verkauft wird; die Ausstellung wechselt alle sechs bis acht Wochen. Seit dem 23. August 2026 zeigt sie TOPOLOGIES & TWINS von Harjo Neutkens, Künstler und Musiker aus Vessem. Seine fein gemalten abstrakten Formen erinnern an Schallwellen, Zellen oder Turbinenschaufeln. Die MUGA ist während der Öffnungszeiten des Museums kostenlos zugänglich.

Besucher blicken gemeinsam in eine Vitrine im Museum Heerenveen.
Besucher betrachten Objekte im Museum Heerenveen. Foto: Museum Heerenveen

Ferdinand Domela Nieuwenhuis

Im selben Gebäude befindet sich das Ferdinand Domela Nieuwenhuis Museum. Es wurde 1925 in Amsterdam eröffnet und ist damit eines der ältesten biografischen Museen der Niederlande. Domela Nieuwenhuis (1846–1919) wuchs an der Amsterdamer Herengracht auf und war unter anderem in Harlingen und Den Haag Pfarrer, bis er 1879 aus der Kirche austrat. 1888 wurde er zum Abgeordneten für den Wahlkreis Schoterland gewählt, zum Zorn von König Wilhelm III. Im Parlament brachte er die Streiks der Torfarbeiter und das Trucksystem zur Sprache, bei dem Arbeiter in den Läden ihrer Arbeitgeber einkaufen mussten. Nach 1897 wandte er sich vom Parlament ab und wurde Anarchist; er gründete die Zeitung De Vrije Socialist. Die armen friesischen Arbeiter nannten ihn „ús Ferlosser“, unseren Erlöser.

Im Museum sind sein Arbeitszimmer mit Büchern, Briefen und Fotos zu sehen und ein Relief, das sein Sohn César Domela, ein Künstler der De-Stijl-Bewegung, für ihn schuf. Bei seiner Beerdigung 1919 trugen sechs Hafenarbeiter seinen Sarg unter einer roten Fahne. Seine Urne und die seiner letzten Lebensgefährtin Egbertha Godthelp stehen im Museum. Führungen gibt es durch das ganze Museum oder nur zu Domela Nieuwenhuis.

Vor dem Besuch

Der Eintritt kostet 8,50 € für Erwachsene und 4,50 € für Jugendliche von 6 bis 17 Jahren. Kinder bis einschließlich 5 Jahre sowie Inhaber einer Museumkaart oder eines Freundespasses haben freien Eintritt; Gruppen ab zehn Personen zahlen 7,50 € pro Person. Eine Tasse Kaffee oder Tee ist im Eintritt inbegriffen. Eine Führung von etwa einer Stunde kostet 40 € pro Gruppe mit höchstens zehn Personen; Eine Buchung ist mindestens zwei Wochen im Voraus erforderlich. Kinder können mit dem Museumsbingo durch die Räume gehen, und im Museumscafé liegen Spiele bereit.

Das Museum liegt im Zentrum, etwa fünfzehn Gehminuten vom Bahnhof Heerenveen und acht Minuten von der Bushaltestelle Gemeentehuis (Linien 20, 41 und 99) entfernt. Parkplätze liegen direkt vor der Tür am Ernst van Harenplein; das nächstgelegene Parkhaus ist Geerts Willigen.

Quellen

Dieser Text beruht auf der Website von Museum Heerenveen, abgerufen im Oktober 2026.

  1. Museum Heerenveen — Startseite
  2. Museum Heerenveen — über das Museum
  3. Museum Heerenveen — Ferdinand Domela Nieuwenhuis Museum
  4. Museum Heerenveen — 475 Jahre Heerenveen
  5. Museum Heerenveen — Kunstkabinett
  6. Museum Heerenveen — Silberkabinett
  7. Museum Heerenveen — Ausstellung ROOTZ
  8. Museum Heerenveen — MUGA: TOPOLOGIES & TWINS
  9. Museum Heerenveen — Tickets und Besuch
  10. Museum Heerenveen — Führungen
  11. Museum Heerenveen — für Familien
  12. Museum Heerenveen — Kontakt und Öffnungszeiten

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