Eine Fabrik, in der wieder gewebt wird
Das TextielMuseum befindet sich in einer ehemaligen Textilfabrik an der Goirkestraat in Tilburg, und in der alten Weberei entstehen wieder jeden Tag Textilien. Hier ist das TextielLab zu Hause. Künstler, Designerinnen, Architekten und Studierende entwickeln dort gemeinsam mit den Fachleuten des Museums neue Textilien. Gewebt, gestrickt, getuftet, gestickt und gelasert wird an computergesteuerten Maschinen und von Hand. Nicht umsonst nennt sich das Museum ein „Museum in Betrieb“.
Als Besucher gehen Sie einfach in die Werkstatt hinein und schauen den Gestaltern über die Schulter. Was von den Maschinen kommt, wechselt von Tag zu Tag: ein Wandteppich für einen Künstler, ein Stoff für by TextielMuseum, das hauseigene Label, oder Textilien für ein Gebäude. Auch die Textilwände, die Inside Outside für die LocHal entworfen hat, die ehemalige Lokomotivhalle neben dem Bahnhof Tilburg, wurden hier gefertigt. An jeder Station im Lab hängt ein QR-Code für die kostenlose Audiotour auf Niederländisch. Sie hören sie mit Ihrem eigenen Smartphone, nehmen Sie also Kopfhörer mit; die englische Übersetzung können Sie auf der Website mitlesen. Fotografieren ohne Blitz oder Stativ ist erlaubt, sofern nicht anders angegeben; Arbeiten im Lab im Detail festzuhalten dagegen nicht, aus Respekt vor dem Urheberrecht der Gestalter.
Aktuelle Ausstellungen
Das TextielLab besteht seit 25 Jahren. Das Museum feiert dies mit Man <3 Machine – 25 Years of TextielLab (27. März bis 10. Oktober 2026): elf Werke, die im Lab entstanden sind, von monumentalen Wandteppichen bis zu skulpturalen 3D-Geweben, ergänzt durch Videoporträts der Webspezialisten und Künstler, die daran gearbeitet haben. 2002 wurde Peter Struycken als erster Künstler eingeladen, auf dem neuen computergesteuerten Webstuhl einen Wandteppich zu realisieren, zusammen mit dem Webspezialisten Stef Miero. Außerdem sind unter anderem Arbeiten von Aiko Tezuka, Jan Taminiau, Bertjan Pot, Koen Taselaar und Mae Engelgeer zu sehen. Den Entstehungsprozess in kleinerem Maßstab zeigt der Project Space mit Marcos Kueh und Miranda Devita Kistler (2. Oktober 2026 bis 23. Januar 2027): Proben, Materialien, Skizzen und Moodboards sind dort neben den neuen Arbeiten zu sehen. Kistler hat Familienfotos, die bei Überschwemmungen im Haus ihrer Großmutter in Indonesien beschädigt wurden, in gestrickte Wandbehänge übertragen; lose hängende Fäden stehen darin für die Wasserschäden.
Red Threads – Old and New Stories in Art and Design (12. Juni 2026 bis 22. Mai 2027) zeigt fast vierzig Werke aus der eigenen Sammlung, aus rund zweihundert Jahren. Alet Pilon zerlegt in ihrer Black Madonna die Jungfrau Maria als Bild der zärtlichen Mutter, Susanne Khalil Yusef reflektiert mit einer getufteten Drohne über ihren ersten Besuch in Palästina, und Sheila Hicks ist mit Snow White Sleeping aus dem Jahr 1975 vertreten. Die Ausstellung sollte am 15. März 2020 eröffnet werden, doch am Tag zuvor wurde der erste Corona-Lockdown verkündet. Jetzt bekommt sie eine zweite Chance. In Setting the Table Sustainably (23. Mai 2025 bis 9. Januar 2027) verfolgen Sie, wie sich das Designstudio Envisions von historischem Gebrauchsdamast aus der Sammlung zu einer nachhaltigen Tischdecke für das Label des Museums inspirieren ließ. Und auf dem Panoramadeck zeigt Bindweefsel bis zum 24. Oktober 2026 bei freiem Eintritt vier Kunstwerke, an denen mehr als sechzig Frauen aus Tilburg vier Jahre lang gemeinsam gearbeitet haben, in einem Projekt mit der Stiftung Contour de Twern.
Von der AaBe-Decke bis zur Gewerkschaftsfahne
Hinter den Ausstellungen steht eine Sammlung von mehr als 26.000 Objekten. Ein Teil zeigt Gebrauchstextilien in den Niederlanden seit 1880: Geschirrtücher und Tischdecken, AaBe-Decken und Stoffe der Weberei De Ploeg, aber auch den Knotted Chair von Marcel Wanders und den Rag Chair von Tejo Remy. Daneben sammelt das Museum Textilkunst: Werke aus den 1960er- bis 1980er-Jahren, aber auch Arbeiten von Jennifer Tee, Marian Bijlenga und Lam de Wolf. Und es bewahrt das Erbe der niederländischen Textilindustrie selbst: alte Webmaschinen, Rohstoffe, Streikflugblätter und Gewerkschaftsfahnen. Seit Ende der 1990er-Jahre vergibt das Museum Aufträge an Künstler und Designer, die oft im TextielLab umgesetzt werden. Auch bei den jährlichen Ankäufen geht vieles auf Forschung und Experimente im Lab zurück.
Wer weiterlesen möchte, findet mitten im Museum die Bibliothek. Mit mehr als 20.000 Büchern ist sie die größte Textilbibliothek der Niederlande. Sie hat eigene Öffnungszeiten: dienstags bis donnerstags sowie freitags nach Vereinbarung. Im TextielShop gibt es die Produkte von by TextielMuseum, dem Label des Museums für Interieurtextilien, entworfen von namhaften Designern und gefertigt im Lab.
Vor dem Besuch
Das Museum bittet Sie, vor Ihrem Besuch ein E-Ticket über seine Website zu buchen. 2026 kostet der Eintritt 16,00 € für Erwachsene und 6,00 € für Jugendliche von 13 bis 17 Jahren. Kinder bis einschließlich 12 Jahre sowie Inhaber einer Museumkaart, Rembrandtkaart oder ICOM-Karte haben freien Eintritt; mit einem CJP-Pass zahlen Sie 4,00 €. Eine Museumkaart können Sie auch an der Kasse kaufen.
Vom Bahnhof Tilburg gehen Sie etwa zwanzig Minuten zu Fuß; verlassen Sie den Bahnhof auf der Nordseite. Sie können auch mit der Buslinie 5 Richtung Noord-Stokhasselt bis zur Haltestelle TextielMuseum fahren. Mit dem Auto parken Sie auf den öffentlichen Parkplätzen an der Pastoor Le Blancstraat oder an der Bisschop Bekkerslaan. Montags bis samstags kostet das zwischen 9 und 22 Uhr 1 € pro Stunde. Das Museum liegt in einer Umweltzone.
Quellen
Dieser Text beruht auf der Website des TextielMuseum, abgerufen im Oktober 2026. Öffnungszeiten, Preise und Ausstellungen können sich ändern; prüfen Sie vor Ihrem Besuch textielmuseum.nl.
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