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Museen / Waalwijk

Nordbrabant · Kultur & Alltag

Sint-Jan de Doper: die größte neobyzantinische Kirche der Niederlande

Die Kuppelkirche im Zentrum von Waalwijk entstand zwischen 1923 und 1925 nach byzantinischem Vorbild. Von Mittwoch bis Sonntag können Sie sie kostenlos besichtigen, und einmal im Monat erklingt die Orgel bei einem Konzert.

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Die Kirche von oben: eine braune Hauptkuppel, umgeben von kleineren grünen Kupferkuppeln, rechts der schlanke Glockenturm, unter blauem Himmel.
Die Sint-Jan de Doper am Sint Jansplein in Waalwijk, erbaut zwischen 1923 und 1925.Foto: Luuk Aarts · Vrienden Sint Jan de Doper

Kuppel auf Kuppel

Schon von Weitem sieht man bei der Anfahrt auf Waalwijk die Kuppeln und den schlanken Turm der Sint-Jan de Doper (Johannes der Täufer). Die Kirche wurde zwischen 1923 und 1925 nach einem Entwurf des Architekten H.W. Valk gebaut und ist nach Angaben der Vrienden van Sint Jan de Doper, des Freundeskreises der Kirche, die größte neobyzantinische Kirche der Niederlande. Wer um sie herumgeht, zählt neunzehn Kuppeln, wenn man die Turmspitze mitrechnet; die große Kuppel scheint aus den kleineren herauszuwachsen. Außen gemessen ist die große Kuppel 41,5 Meter hoch, der sechseckige Turm, nach dem Vorbild eines Minaretts geformt, 67 Meter. Für die Dachplatten wurden 20.000 Kilo Kupfer gebraucht, das sich innerhalb weniger Jahre hellgrün färbte. Die Platten, die die große Kuppel 1992 erhielt, sind dank einer besonderen Behandlung nicht oxidiert, und der Farbunterschied ist bis heute zu sehen.

Das Gebäude steckt voller Symbolik. Die Kirche steht auf einem niedrigen Hügel aus 8000 Kubikmetern Sand, der mit Pferd und Wagen herangeschafft wurde: Die Gläubigen sollten „zum Herrn hinaufgehen“. Es gibt fünf trichterförmige Eingänge. Die barocke Rahmung des Turmeingangs ist älter als die Kirche selbst. Sie stammt aus einem Herrenhaus in Breda, entstand vermutlich um 1630 und schmückte schon den Eingang der Vorgängerkirche, die 1923 abgerissen wurde. Im Turm hängen die Glocken Sint Crispinus und Sint Crispinianus, benannt nach den Schutzheiligen der Schuhmacher und Gerber. Waalwijk war damals das Zentrum der niederländischen Schuh- und Lederindustrie.

Der Kirchenraum mit Reihen von Holzbänken und einem Läufer im Mittelgang, hohen Backsteinbögen, einem Lampenring unter der Kuppel und hinten der Orgel.
Unter der großen Kuppel, hinten die Orgel in der nördlichen Apsis.Foto: Luuk Aarts · Vrienden Sint Jan de Doper

Bögen, Bronze und Terrakotta

Im Inneren fällt zuerst der Raum auf. Die große, leicht ovale Kuppel ruht über einen Ring aus Stahlbeton auf acht schweren Pfeilern; das stählerne Gerüst, das sie trägt, ist nicht zu sehen. Der achteckige Innenraum ist offenbar San Vitale in Ravenna nachempfunden. Valk wählte bewusst eine annähernd runde Form, weil sie für ihn die Gemeinschaft ausdrückte. Die parabelähnlichen Kettenlinienbögen übernahm er aus dem Thronsaal eines Palastes aus dem 6. Jahrhundert in Ktesiphon im heutigen Irak. Für den Bau wurden mehr als zwei Millionen Ziegel verwendet, hier und da unterbrochen von Bändern aus grüner Glasur und Marmor. Hoch unter der Kuppel verläuft ein Ring aus 38 Bleiglasfenstern von Willem Wiegmans mit sechzehn Propheten des Alten Testaments.

In der südlichen Apsis steht der Hochaltar aus grünem und schwarzem Marmor unter einem rotkupfernen Ziborium, einem zeltförmigen Baldachin, den Valk selbst entwarf. Er war ein Geschenk zum silbernen Priesterjubiläum des Baupfarrers Van Riel im Jahr 1924. Manche sehen in den straff gespannten Kupferplatten Tierhäute, eine Anspielung auf die Gerbereien von Waalwijk. Auf dem Tabernakel steht eine bronzene Kreuzigungsgruppe mit streng stilisierten Figuren: Maria und der Apostel Johannes in fast gleicher trauernder Haltung unter dem Kreuz. In den Prozessionsgängen hängt der Kreuzweg von Charles Eyck, vierzehn Hochreliefs aus Terrakotta, die ab 1940 angebracht wurden. Elf davon wurden auf Wunsch des Kirchenvorstands bemalt, obwohl Eyck die rotbraune Farbe des Tons lieber behalten hätte.

Ein bronzenes Kruzifix mit zwei langgestreckten, trauernden Figuren zu beiden Seiten, vor Backsteinbögen.
Die bronzene Kreuzigungsgruppe auf dem Tabernakel des Hochaltars: Maria und Johannes unter dem Kreuz.Foto: Luuk Aarts · Vrienden Sint Jan de Doper

Die Orgel und die Konzerte

Die Orgel steht in der nördlichen Apsis. Als die Kirche 1925 geweiht wurde, gab es noch keine Orgel, denn das alte Instrument war vom Holzwurm befallen. Die Firma Pels & Zonen aus Alkmaar baute eine neue Orgel mit drei Manualen und dreißig Registern, die im Dezember 1932 zum ersten Mal erklang. Bei einer großen Restaurierung 1998 erweiterte Pels & Van Leeuwen aus Den Bosch sie auf 48 Register. Nach Angaben des Freundeskreises ist sie das größte Instrument der Region Langstraat. Die Stiftung organisiert mit über achtzig Freiwilligen seit 2014 Konzerte und Vorträge in der Kirche.

Einmal im Monat gibt es samstagnachmittags ein Orgelkonzert und sonntagnachmittags ein Konzert oder einen Vortrag. Der Eintritt ist frei, eine Reservierung ist nicht nötig, und im Anschluss wird um eine freiwillige Spende gebeten. Auf dem Programm stehen: Samstag, 10. Oktober 2026, 15.45 Uhr, ein Orgelkonzert von Hans van Haeften; Sonntag, 18. Oktober, 14.30 Uhr, der Männerchor Breda’s Mannenkoor; Samstag, 14. November, 15.45 Uhr, ein Orgelkonzert von Niels-Jan van der Hoek; Sonntag, 22. November, 14.30 Uhr, der Chor Koor Ad Parnassum; Samstag, 12. Dezember, 15.45 Uhr, das Blechbläserensemble Stuiver aus Breda mit einem Advents- und Weihnachtskonzert; und Sonntag, 20. Dezember, 14.30 Uhr, ein Weihnachtskonzert von Aquavocaal aus Drunen.

Der hölzerne Spieltisch der Orgel mit drei Manualen und Reihen von Registerknöpfen, dahinter hohe silbergraue Orgelpfeifen.
Die Orgel von Pels & Zonen aus dem Jahr 1932, 1998 auf 48 Register erweitert.Foto: Luuk Aarts · Vrienden Sint Jan de Doper

Vor dem Besuch

Die Kirche kann von Mittwoch bis Sonntag von 13.30 bis 16.30 Uhr kostenlos besichtigt werden; über eine freiwillige Spende freut man sich. An Konzerttagen ist das bis eine Viertelstunde vor Beginn möglich. Eine Audiotour von etwa 30 Minuten auf Niederländisch und Englisch kostet 3 €; Karten können Sie vorab über die Website reservieren oder am Empfang kaufen. Eine Gruppenführung dauert etwa 75 Minuten und kostet 5 € pro Person, mindestens jedoch 30 €. Seit Juli 2020 gehört die Kirche zu Het Grootste Museum van Nederland („Das größte Museum der Niederlande“), einem Netzwerk von Gotteshäusern, die für Besucher geöffnet sind. Jeden Sonntag um 10.30 Uhr wird die Eucharistie gefeiert.

Die Kirche steht am Sint Jansplein mitten im Zentrum. Vom Busbahnhof Vredesplein sind es etwa sieben Minuten zu Fuß. Rund um die Kirche gibt es gebührenpflichtige Parkplätze (1,10 € pro Stunde, sonntags kostenlos). Ein eigenes Café hat die Kirche nicht, aber auf dem Markt ganz in der Nähe gibt es reichlich Cafés und Restaurants. Het Schoenenkwartier, das Museum für Leder und Schuhe, liegt wenige Gehminuten entfernt.

Quellen

Dieser Text beruht auf der Website der Stiftung Vrienden van Sint Jan de Doper, abgerufen im Oktober 2026. Die Fotos stammen aus den Flickr-Alben der Stiftung. Öffnungszeiten, Preise und das Konzertprogramm können sich ändern; prüfen Sie vor Ihrem Besuch vriendensintjanwaalwijk.nl.

  1. Sint-Jan de Doper — Startseite
  2. Sint-Jan de Doper — das Kirchengebäude
  3. Sint-Jan de Doper — Konzerte und Vorträge
  4. Sint-Jan de Doper — Besucherinformationen
  5. Sint-Jan de Doper — über die Stiftung
  6. Sint-Jan de Doper — Fotoalben auf Flickr

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