


Ein Gesicht und eine Geschichte
Das Museum of Humanity geht von der Idee aus, dass jeder Mensch ein Meisterwerk ist: jemand mit einer eigenen Geschichte, mit hellen und dunklen Seiten. Der Fotograf Ruben Timman porträtiert Menschen seit 25 Jahren auf würdevolle Weise, oft vor schwarzem Hintergrund. Mit Teams aus Fotografen und Geschichtenerzählern hat er inzwischen mehr als zehntausend Menschen weltweit porträtiert. Im Museum hängen die Porträts neben den persönlichen Geschichten der Porträtierten. Ziel ist es, der Polarisierung entgegenzuwirken: Wer einem anderen Menschen wirklich in die Augen schaut, entdeckt vielleicht, dass die Unterschiede kleiner sind als gedacht.
Dazu gehört das „lebende Porträt“: Auf einem interaktiven Bildschirm erzählen Menschen wie Ramona selbst ihre Geschichte. Laut der Website des Museums ist derzeit die Ausstellung „Tegenpolen“ (Gegenpole) zu sehen: zehn Paare von Menschen, die sich auf den ersten Blick diametral gegenüberstehen, etwa ein Atheist und ein Christ oder ein Soldat und ein Friedensaktivist. Zehn Fotografen und zehn Autoren haben ihre Begegnungen festgehalten.
Eine verfallene Fabrik als Museum
Das Museum befindet sich in Gebäude 155, dem Ketelhuis (Kesselhaus) auf dem Hembrug-Gelände in Zaandam. Hier wurden früher Artillerie und Waffen hergestellt, und ein Jahrhundert lang war das Gelände Sperrgebiet. Du gehst durch ein verfallenes Gebäude, und der Verfall gehört zum Konzept. Das Museum geht auf einen Traum zurück, den Timman 2001 hatte: ein verfallenes „Museum der Menschheit“ als Bild für den Zustand der Menschheit. 2017 hängte er heimlich die ersten Porträts in einem leerstehenden Gebäude auf dem Gelände auf. 2018 folgten eine offizielle Ausstellung und die Gründung der Stiftung, im Frühjahr 2019 öffnete das Museum im heutigen Gebäude.
Vier Säulen
Das Museum in Zaandam ist eine von vier Säulen der Organisation. Mit Humanity on the move bringt das Museum of Humanity Ausstellungen, Kampagnen und Happy-Art-Projekte in die Welt, etwa die reisende Freiluftausstellung „Ik zie jou!“ (Ich sehe dich!), bei der Einwohner einer Stadt Neuankömmlingen begegnen. School of Humanity bietet kreative Workshops für Schülerinnen und Schüler an, Humanity at work Trainings und Kampagnen für den Arbeitsplatz. Neu im Jahr 2026 ist Humanity on Wheels: ein mobiler Begegnungsort in einem Anhänger, der zu Märkten und Schulhöfen fährt.
Vor dem Besuch
Normalerweise empfängt das Museum Besucher freitags und samstags. Derzeit meldet die Besucherseite jedoch, dass es vorübergehend geschlossen ist und nur für private Veranstaltungen öffnet. Der Eintritt kostet 7,50 € für Erwachsene und 5,00 € für Jugendliche unter 18 Jahren; Kinder unter 12 Jahren haben freien Eintritt, Kaffee, Tee oder Limonade sind inbegriffen. Für Gruppen gilt ein eigener Tarif.
Das Gebäude ist verfallen: Der Boden ist stellenweise uneben, laut Museum ist das für Rollstühle aber kein Problem. Im Gebäude gibt es keine Toilette, und drinnen kann es warm oder recht kalt sein. Im Museumsshop findest du unter anderem Bücher, Poster und Postkarten; bezahlt wird vorzugsweise mit Karte. Deinen Besuch kannst du mit einem Spaziergang über das Hembrug-Gelände verbinden.
Quellen
Dieser Text beruht auf Informationen von der Website des Museums.