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Huis Willet-Holthuysen zeigt die Kolonialgeschichte früherer Bewohner

Am 16. Oktober beginnt Plantage aan de gracht. Die neue Ausstellung verbindet die historischen Zimmer des Hauses mit der Kolonialgeschichte früherer Bewohner.

Breites Grachtenhaus mit hohen Fenstern, Eingang aus Naturstein und Schild des Museum Willet-Holthuysen.
Die Fassade des Huis Willet-Holthuysen an der Herengracht auf einer älteren Aufnahme. Txllxt TxllxT / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Bildquelle

Das Huis Willet-Holthuysen an der Herengracht gehört zu den Standorten des Amsterdam Museum. In dem Herrenhaus erinnern historische Zimmer an das Leben wohlhabender Bewohner. Hinter dem Haus liegt ein Garten. Benannt ist das Haus nach Abraham Willet und Louisa Holthuysen, die hier Ende des 19. Jahrhunderts lebten. Sie sammelten Kunst und Gegenstände und richteten das Haus nach ihrem Geschmack ein. Nach Louisas Tod 1895 gelangten Haus und Sammlung durch ihr Vermächtnis an die Stadt Amsterdam, damit daraus ein Museum wurde.

Ein Rundgang zeigt sowohl die Prunkräume als auch die Arbeit hinter den Kulissen. Das Amsterdam Museum nennt unter anderem den Großen Saal, die monumentale Treppe und Abraham Willets Kunstsammlung. Führungen beschäftigen sich auch mit den Aufgaben der Bediensteten. Eine kostenlose Audiotour auf Niederländisch, Englisch, Französisch oder Deutsch ist an der Kasse erhältlich.

Der Grachtengarten des Huis Willet-Holthuysen.
Der Grachtengarten des Huis Willet-Holthuysen. Txllxt TxllxT / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Bildquelle

Am Freitag, dem 16. Oktober, beginnt im Amsterdam Museum die Ausstellung Plantage aan de gracht. Sie läuft bis einschließlich 4. April 2027. Die Ausstellung fragt, woher das Geld für Amsterdamer Grachtenhäuser kam, und befasst sich mit Kolonialhandel und der Ausbeutung versklavter Menschen. Im Mittelpunkt stehen frühere Bewohner, nicht das namengebende Ehepaar.

Zwei dieser Bewohner waren Willem Gideon Deutz und Fredrik Berewout. Nach Angaben des Museums war Deutz finanziell an mehr als hundert Plantagen beteiligt; Berewout besaß selbst mehrere, darunter Jagtlust in Suriname. Die Ausstellung betrachtet sowohl Menschen, die vom Plantagensystem profitierten, als auch das Leben derjenigen, die darin versklavt wurden. Archivforschung brachte Namen von Menschen ans Licht, die auf Jagtlust arbeiteten. Eine Audiotour der Moderatorin Dolores Leeuwin führt durch diese Geschichte. Leeuwin ist außerdem Nachfahrin einer Frau, die auf Jagtlust versklavt war.

Auch der Garten wird Teil dieser Erzählung. Dort erhält die Installation A Conversation with the Past for the Future von Sites of Memory, geschaffen mit Jörgen Gario und Judith Westerveld, einen Platz. Laut Museum besteht sie aus Porträts auf Fahnen und Tonfragmenten zum Gedenken an versklavte Menschen auf Jagtlust. Das beigefügte Foto zeigt den bestehenden Grachtengarten an einem früheren Tag, nicht die neue Installation. Wer das Haus am Eröffnungstag besucht, kann die bestehenden Zimmer und die neue Präsentation sehen.

Für den 16. Oktober steht außerdem eine niederländischsprachige Führung zum hundertjährigen Bestehen des Amsterdam Museum im Programm. Sie dauert von 15 bis 16 Uhr und ist mit gültiger Eintrittskarte kostenlos. Die Führung behandelt die Geschichte des Hauses und seiner Sammlung. Ansonsten ist das Museum täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Erwachsene zahlen 15 Euro, Studierende und Inhaber einer CJP-Karte 7,50 Euro. Kinder bis einschließlich siebzehn Jahren und unter anderem Inhaber der Museumkaart haben freien Eintritt. Die Adresse lautet Herengracht 605, 1017 CE Amsterdam.

Die Straßenbahn 4 fährt bis Rembrandtplein; die Linie 14 sowie die Metrolinien 51, 53 und 54 halten am Waterlooplein. Das historische Haus hat viele Treppen und keinen Aufzug und ist daher laut Museum für Rollstuhl- und Elektromobilnutzer nicht zugänglich. Wer eigens für die neue Ausstellung oder Führung kommt, prüft kurz vor der Abfahrt Programm und Verfügbarkeit.

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